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Zeit nutzen - Zeit opfern?


Zeiteffizienz scheint in unserer Zeit ein erstrebenswertes Ziel zu sein – möglichst viel in möglichst wenig Zeit zu „schaffen“.

Bestimmt ist es von Vorteil, ein gutes Zeitmanagement zu beherrschen, vor allem, wenn es um meine persönliche Zeit geht, die ich frei einteilen kann. Doch was ist eigentlich meine persönliche Zeit? Ab wann gehört sie nicht mehr mir? In der Arbeit? Bei Druck von außen? Oder doch eigentlich immer? Oder gar nie?


Ins Tun kommen

Sicher ist, dass ich mich daran beteiligen kann, wie ich diese Zeit gestalte. Und ich denke, dass es immer dann in eine gute Richtung geht, wenn ich in dieser Zeit etwas erschaffe, anstatt nur abarbeite und schaffe. Das können kreative Prozesse, das Vertiefen von Freundschaften und das (bessere) Kennenlernen meiner eigenen Person sein. Bestimmt noch Vieles mehr, da kennt sich jede*r selbst am besten. In meinem Leben sind das vor allem Dinge, mir denen ich kein Geld verdiene, die sich schlecht vermarkten lassen ;-)

Wie oft geben wir der Zeit, die andere von uns haben wollen, mehr Gewicht als der Zeit, die wir uns selbst schenken wollen? Ich mache das, um ehrlich zu sein, viel zu oft. Da kommt die Idee der falsch interpretierten Nächstenliebe wieder zum Vorschein – sich aufzuopfern für etwas oder einen anderen Menschen. Sowas ist wohl immer ungesund, von der ersten Sekunde an. Etwas für andere zu tun, ohne dass es mir selbst dabei gut geht, halte ich für fatal. Das ist vielleicht an der Oberfläche angenehm und ich funktioniere, mein Umfeld bemerkt meine Haltung zunächst vielleicht gar nicht und ich entspreche Erwartungen.

Geben und gute Zeit schenken kann ich mit Sicherheit nur dann, wenn es mir dabei gut geht, was nicht heißt, dass es nicht anstrengend oder auch einmal mühsam sein kann.

Jede*r weiß am besten für sich, wie sich dieses „gut“ oder „stimmig“ anfühlt – das ist unsere Verantwortung.

Ich merke, wie dieses Thema Emotionen in mir auslöst, ich mich befreien will von eingefahrenen Mustern unserer Gesellschaft. Und seien wir ehrlich: genießen kann ich diejenige Zeit am besten, die mir mit ehrlicher Hingabe und Herzensfreude geschenkt wird :)


Ich entscheide mich FÜR Wachstum

Wachsen können wir nur außerhalb unserer Komfortzone, wir begeben uns also in die Risikozone. Das bedeutet, dass es spannend und abenteuerlich ist, auch Dinge zu tun, die vielleicht nicht angenehm sind. Trotzdem muss es sich stimmig anfühlen und ich muss mich der Herausforderung gewachsen fühlen. Mit etwas Glück erlebe ich dann einen Flow, der sich einstellen kann, wenn mich eine Situation oder ein Tun weder unter- noch überfordert.

Was meine ich jetzt also mit den letzten Absätzen, für alle, die möglicherweise den Faden verloren haben ;)

Ich selbst alleine trage die Ver-antwort-ung für die Gestaltung meiner Zeit. Ich schenke Zeit, wo es mich ehrlich erfüllt und fühle in mich hinein, wo ich bloß meine Bequemlichkeit überschreite und womit es mir tatsächlich nicht gut geht. Wenn wir untereinander diese Aufrichtigkeit leben und danach unsere Lebenszeit gestalten, wäre es doch viel einfacher!



Nehmt euch wichtig


Welche Erfahrungen macht ihr in eurem Umfeld? Steht Ehrlichkeit im Vordergrund oder Höflichkeit oder gar das Wohl der/der anderen?

Die Kommentarfunktion bietet Platz für alle Gedanken, die spontan auftauchen und bestimmt jemanden da draußen inspirieren und helfen. Schreibt hier frei von der Seele weg, kurz oder lang, pro oder kontra oder neutral ;-) Wir alle freuen uns!

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