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Zeit nehmen - Zeit geben

Ich tue mir, ehrlich gesagt, sehr schwer, mir regelmäßig Zeit für mich zu nehmen. Wohlgemerkt Zeit, die mir dann qualitativ auch gut tut. Oft lasse ich mich dann doch dazu hinreißen, vor YouTube oder Serien zu versumpern – oder einfach zu schlafen. Auch wichtig, keine Frage, aber eben nicht mit dieser feinen Qualität einer Meditation zum Beispiel. Ich versuche stets, Lösungen für meine Probleme zu finden und bin ganz schlecht darin, Situationen anzunehmen, aus denen ich keinen Benefit für mich erkennen kann.

In der Meditation habe ich das eine Zeit lang gefunden, als es mir möglich war, täglich vor der Arbeit zu praktizieren. Da war ich dann doch selbst überrascht von mir, dass ich das beinahe ein ganzes Jahr durchgehalten habe und es hat mir so gut getan. Ich habe darin also das richtige für MICH gefunden. Meditation ist meine regelmäßige Seelenhygiene: all dem, was tagsüber an Emotionen passiert und in dem Moment nicht immer raus darf, widme ich mich in meinen Meditationen, um mein Gleichgewicht wieder herzustellen.

Nun ja, meine Situation hat sich geändert und ich kann mir tagsüber keinen Fixpunkt einteilen, das ist ganz einfach so. Ich muss also flexibel bleiben und mögliche Zeitfenster dann nutzen, wenn sie sich auftun.. Challenge pur für mich! Das nennt man dann wohl er-wachsen werden, über die kurzfristigen Empfindungen drüber stehen und trotzdem tun. Manchmal gelingt es mir sehr gut, ich zähle bis 3 und starte mit was auch immer – ich sagte „manchmal“ 😉


Geschafft, ich habe mir Zeit genommen

Nun gut, wir gehen von der Situation aus, dass ich mir Zeit für mich genommen habe. Ohne legitimen Grund wie Arzttermin oder Haushalt, sondern ausschließlich für mich. Wenn jemand anderer mir von einer solchen Situation erzählt bin ich sie erste, die diese Zeit zugesteht und das damit vielleicht verbundene schlechte Gewissen abtut. Aber wir sind ja bereits bei der Situation, dass ich Zeit für mich habe, also los geht´s!

Wenn ich in meiner Homebase bin, starte ich meist mit bürokratischen Dingen wie offenen Rechnungen und Haushalt. Das zu erledigen gibt mir das Gefühl, mein Leben im Griff zu haben und Struktur zu finden. Wenn dann noch Zeit übrig bleibt gibt´s vielleicht ein großes Service in Sachen Wellness und Körperpflege, Friseur ist dann schon advanced – aber eigentlich meist schnell erledigt, inkl. Termin ausmachen.

Bleibt dann immer noch Zeit, bereite ich meine wöchentliche Energie auf Vorrat in Form von Energiekugeln oder -riegeln zu und erstelle einen Rezeptplan für die kommende Woche. Das klingt in mancher Ohren jetzt möglicherweise altmodisch, aber es hilft mir enorm, meine Energie dann untertags nicht in Rezept- und Einkaufsüberlegungen zu investieren.


Na gut, die erste Zeit zur freien Verfügung ist schnell um – bei manchen ist das in Minuten erledigt, bei anderen in Tagen oder gar Wochen, je nach Hingabe.

Was tut sich dann auf?

In jedem Fall Raum für Neues, Frisches. Die eine geht über vor Euphorie, der andere geht ein vor Vakuum und die nächste geht in sich mit Vipassana.

Es geht nun darum, etwas zu finden, das mich erfüllt und meine Hirnströme in neue Bahnen lenkt. Bei mir ist das zur Zeit das Handlettering – sich in Schriften und Schnörkeln kreativ ausleben.






Zeit geben

Ich will meine Speicher also regelmäßig auffüllen. In vielen kleinen Dosen ist das auch meinem Umfeld zuzumuten. Tue ich das nicht, ist das, wie wenn die Flüssigkeit in einem Kochtopf verdampft, der Inhalt anbrennt und der Topf selbst zu glühen beginnt. Selbst, wenn man dann schnell Wasser nachgießt, gibt es das unangenehmste Zischen und das Essen ist im Eimer. Das braucht dann Zeit, um wieder zum Ausgangspunkt zu kommen geschweige denn sich einem köstlichen Gericht anzunähern.

Also: regelmäßig wenig Wasser nachgießen, am besten schon ein wenig gewürzt, dann ist das Endergebnis besser. Und dann haben auch alle was davon, die davon essen.

Das möchte ich tatsächlich mehr versuchen, denn am Ende ist es immer meine Verantwortung, Suppe nachzugießen und wieder geben zu können.

Ob das funktionieren kann? Das aktuelle Bild ist heute in so einer kleinen Auszeit entstanden und auch meine neue Eiskreation Mango-Erdbeerjoghurt ist im Gegensatz zum Kiwieis wirklich gelungen :)



Was hilft euch, um eure Speicher wieder aufzufüllen?


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