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Life-Hacks für Fortgeschrittene

Sie gehören längst zum Alltag: Life-Hacks, die dir das Leben erleichtern. Anleitungen, wie du manche Situationen im Leben leichter meistern kannst. Allgemeingültige Tricks, wie du mit den Herausforderungen des Lebens umgehen kannst. Manchmal geht es nur um das Öffnen einer Melone oder eines Paprikas, aber oftmals sucht man in angezeigten Life-Hacks nach den Antworten auf grundlegende Lebensfragen.


"Auf die Nerven gehen, vermasseln, trocken husten"

Ich habe mir dann die Frage gestellt, was der englische Ausdruck "hacken" eigentlich bedeutet. Vom PC kennt man diesen Ausdruck vielleicht am ehesten. Man verschafft sich Zutritt zu Daten, die eigentlich nicht für einen bestimmt sind, um dadurch einen Vorteil für sich zu schaffen.

Direkt übersetzt heißt "to hack" in unsrem Zusammenhang "eindringen" (in ein System) bzw. eine "Programmierlösung". Alle anderen Übersetzungen waren durchwegs negativ und eigentlich grausam. In unserem Kontext heißt das aber nun, dem Leben ein Schnippchen schlagen und es überlisten. Man erhofft sich von Texten wie diesen oder Hack - Videos doch ein Aha-Erlebnis der bahnbrechenden Sorte.





Keine Enttäuschung!

Na gut, ich bin ehrlich. Das serviere ich euch hier und heute nicht so pauschal, aber ich will es auch nicht einfach dabei belassen und jede*n einzelne*n von uns mit dieser Erkenntnis im Elend zurücklassen. Mein ursprünglicher Plan waren tatsächlich Kniffe und Tricks, wie man sich das Leben erleichtern kann. Und da habe ich auch wirklich einiges zusammengetragen, was mir in

meinem Alltag hilft, über gewisse herausfordernde Phasen zu kommen. Was mir zum Beispiel ein sehr gutes Gefühl gibt, ist, wenn ich es schaffe, am Abend den Frühstückstisch zu decken. Also eigentlich nur Teller, Häferl und Besteck, je nach Idee. Aber die Auswirkung auf mich in der Früh ist enorm motivierend und eine liebevolle Geste an mich selbst :)

Wenn ich dann in der Früh auch noch etwas "schaffe" wie eine Wäsche waschen, kalt duschen, meditieren oder einen Einkauf, dann steht mein Tag unter einer ganz anderen Sonne (Sterne ja nur in der Nacht...) und ich fühle mich lebendiger und wieder ein Stück selbstwirksam.


An dieser Stelle werden einige vielleicht denken: Ich frühstücke nicht, der Plan funktioniert bei mir nicht. Oder: Es gibt Leute, die arbeiten. Wäsche waschen spielt's erst danach. Oder vielleicht aber: Ja voll, mir geht's genauso. Wo sind die neuen Tricks?

Ich bin davon überzeugt, dass die besten Lösungen für jede*n von uns aus UNS SELBER kommen. Ich glaube sogar, dass mir da die aufwendigst zusammengetragenen Ideen anderer nicht einen Funken helfen sondern mich eher vom Spüren von mir selber ablenken. Und ja, ich habe erwartungsvoll viele dieser Videos geschaut und am Ende denke ich mir meist: Na gut, wenn ich dran denke, öffne ich die Melone das nächste Mal "fancy" in Würfeln.

Was ist jetzt also mein Beitrag hier für euch und die Menschheit da draußen, die meinen Blog in 20 Sprachen übersetzt verfolgt?





Essenz

Die Idee des Lebens ist vermutlich nicht, es zu unserem Gegner zu machen, der geknackt gehört. Und es uns leicht zu machen ist auch immer nur eine Sichtweise. Wieso leicht oder schwer? Das Leben ist unser Partner, es ist auf unserer Seite und dafür bin ich dankbar. Das vergesse ich manchmal in Situationen, die mich herausfordern, ohne dass ich mein Einverständnis dazu gegeben habe. Aber nach Ereignissen wie am vergangenen Montag verändert sich für einen Moment schon sehr drastisch die Sichtweise auf mein Leben. Zum einen natürlich, sich das Leben wieder als ein kostbares Geschenk in Erinnerung zu rufen und zum anderen das unermessliche Glück, sich eigentlich so gut wie nie ernsthafte Sorgen um Leib und Leben machen zu müssen. Ich muss ehrlich sagen, dass dieses Gefühl bei mir auch sehr schnell wieder dem Alltag gewichen ist, aber diese Unterbrechung in meinem Denken hat trotzdem wieder Bewegung in mein Leben gebracht.


Ich finde also, dass man sich ganz ehrlich die Fragen für sich stellen darf, was und wer denn mein Leben bereichert. Womit und mit welchen Menschen umgebe ich mich gerne und wer tut mir gut? Was kann ich arbeiten, welchen Sport kann ich lustvoll ausüben, wie kann ich essen, damit es mir und meinem Körper gut geht? Was mache ICH aus MEINEM Leben?

Ich gestalte mein Leben und entscheide selber, wofür ich mich öffne und was ich mir zutraue. In der Natur ist es selbstverständlich, dass das bestmögliche erschaffen wird. Ein Apfel wird nicht klein und runzlig bleiben, wenn die Natur ihn viel mehr mitgegeben hat. Alles Potenzial entfaltet sich ganz selbstverständlich und ich finde, wir dürfen uns ruhig trauen und mutig sein, uns voller Neugierde besser kennenzulernen.



Konkret

Ob Life-Hacks mir nun temporär weiterhelfen oder nicht, ist eigentlich egal. Wichtig ist doch, die Version meines ICHs zu sein, die mir heute gut tut. Aufrecht durch's Leben zu gehen und nicht mit entschuldigendem Blick, dass ich da bin. Beweglich zu bleiben wie Schilf, weil es einfach keine Patentlösungen für das ganze Leben gibt. Oft nicht einmal für einen Tag. Da habe ich für mich DIE Lösung gefunden - also wirklich endlich DIE Idee für immer - und in der nächsten Stunde erfüllt sich meine erwartete Erleichterung schon nicht mehr. Dann bin ich natürlich enttäuscht und habe viel Energie aufgewendet; besser, ich hätte mich nicht festgelegt.

Jede Stunde des Lebens ist anders und braucht ihre jeweilige Aufmerksamkeit, weshalb es sich lohnt, uns von festgefahrenen Überzeugungen zu trennen und beweglich zu bleiben. ..und ja, ab und zu gelingt mir das schon ;)



Also dann: Die nächste Stunde des Lebens kann beginnen!



P.S.: Jeden Tag gleich nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser trinken belebt :-D



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